Brief von Adele Schreiber an Schwimmer II.

Berlin-Charlottenburg, den 31. X. 04.

Berlinerstrasse 60.

Liebes Fräulein Schwimmer!

Wir wollen jetzt den Zeitpunkt für die Vorträge in Budapest festsetzen und ich hoffe, dass Ihnen mein Vorschlag, den 29. und 30. November hierfür zu wählen, zusagt. Mit dem ersten Thema bin ich einverstanden, was jedoch das zweite anbelangt, so glaube ich, dass wir den Titel anders fassen müssen. Ich könnte dort vielleicht ähnlich sprechen, wie ich es in Wien in der „Heimat“ vorhabe, wo ich ja auch das ganze Gebiet, insbesondere aber die präventiven, respektive die sozialen Massnahmen zur Bekämpfung der Prostitution eingehend beleuchten will. Ich schreibe Ihnen in den nächsten Tagen wieder, sobald ich mir die Sache zurecht gelegt habe und möchte Sie nur bitten, mich keinesfalls auf den Titel „Abolitionismus und Reglementierung“ oder dergleichen festzulegen. Ich bin zwar selbstverständlich, wie jeder freidenkende Mensch Abolitionist, aber nicht in dem Mass,108 wie man es so häufig bei anderen trifft, die da denken mit der Aufhebung der Reglementarismus allein wäre in der Frage schon etwas getan. Das damit nichts getan ist, beweisen die Länder ohne Reglementierung, wie England etc. Bitte geben mir Nachricht wegen der Tage.

Mit den besten Grüßen,

Ihre

Adele Schreiber

New York Public Library Manuscripts and Archives Division. Rosika Schwimmer Papers, Box 6.

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