Brief von Aletta Jacobs an Schwimmer III.

Amsterdam, Juni 23, 1906

Meine Liebe Rosika,

Ich war recht froh gestern wieder etwas von Dich zu hören. Das Du vieles und gutes gearbeitet hast, sah ich in die verschiedene Zeitungen. Ich hoffe sehr, das Du Deinen Verein in Kopenhagen vertreten sollst, das kann doch nicht, das Du nicht dabei bist und mit überlegen sollst, was zu thun ist. Der Apponyi ist ein falscher Person, er ist ein Streber, weiter nie nichts.

Das Du Dich zu einer Rednerin entwickelt hast, braucht Dich nicht zu wundern. Es fehlte Dir nur Uebung, die hast Du jetzt auch, da war der Rednerin fertig. Jeder welche gut schreibt, kann auch reden, Du schreibts besser wie gut. Du sollst darum auch eine sehr gute Rednerin sein. Das ist keine Smeichelei, aber Wahrheit.

Ich sehe wieder ganz gut aus, und fühle mich unendlich viel besser, aber alles ermüdet mich nach kurzen Zeit. Am liebsten mochte ich die ganzen Sommer gans allein irgendwo im Wald durchbringen, und das kann leider nicht. Auch wir sitzen im groszen Streit jetzt. Die ganze Monat July habe ich noch zu arbeiten, und Anfang September fangen hier meine Vorträge schon wieder an. Carrie Catt und May Hay waren einen Tag hier auf Ihre Durchreise nach Kopenhagen. Catt erzählte mich das Sie Dir geschrieben hat, das wir beiden, Sie und ich, jedenfalls in Budapest kommen sollen. Ich muss aber genau wissen, wenn Du meinst das wir kommen sollen. Dass muss alles hier geregelt werden. Kannst du mir jetzt schon schreiben, was Du vor hast? Und um welche Zeit Du uns am liebsten hast? Ich soll dann sehn, was ich thun kann. Charles [Jacobs] kommt mit nach Kopenhagen, und auch eine von seine Freundinnen. Das junge Mädchen war schon 3 Monate bei mir zu Hause, und freut sich sehr auf unsere Reise. Die jungen Leute täglich in meiner Nähe hat mich unendlich gut gethan. Sie kennen keine anhaltende Verdrusz, da ist immer eine welche etwas, zu lachen und plaudern hat. Wir hatten den ganzen Winter immer eine von diese junge Madchen zu Hause.

Kontest Du das Report lesen, was ich Dir gesandt habe, das was unsere Verein an die Regierung und an die Konigin uberhandet hat. Das war von ein junges Madchen geschrieben, eine Jüdin, tochter von ein unser Professoren.

Von Malvi Fuchs höre ich nichts mehr, das soll jetzt wohl aus sein. Ich bin froh dass es aus ist, aber doch habe ich groszen mitleid mit Ihr. Ich glaube das sie sich sehr unglücklich fühlt.

Grüsze mich Vilma Glücklich und alle Deine Liebe Freundinnen. Ich denke wohl einige Tage früher im Kopenhagen zu kommen und hoffe Sie alle dort zu treffen. Meine herzliche grusse für Dich, hoffentlich sehen wir uns bald.

Deine Dich liebende,

Aletta

New York Public Library Manuscripts and Archives Division. Rosika Schwimmer Papers, Box 9.

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